kunst als kunst

bei ‚kunst als kunst’ habe ich den gleichnamigen text von ad reinhardt, der als manifest für die ‚reine’, inhaltlos abstrakte malerei betrachtet werden kann, zur gänze mit schablonen auf amerikanische ‘notepads’ übertragen; durch die spezifische grafische aneignung wird der text selbst zu einer art zeichnung / bild transformiert. durch diese form der übertragung des textes entstand schliesslich eine 491teilige arbeit.

[...] Painting is similar to writing. Both, painting and writing ideally first turn against themselves, in order to reflect on the given circumstances and open up spaces and interspaces, which then form the basis for new work. In some of Claudia Charlotte Linder’s works painting and writing become intertwined.
In an almost obsessive manner, she transfers the text Art as Art by Ad Reinhardt on paper with a stencil. The text becomes a graphic item and loses its coherence. The letters begin to float on the surface and build fragments that are then put together to form new modules. The process of writing can almost be regarded a prerequisite for Claudia Charlotte Linder’s painting. By mechanically reproducing the letters, she is able to turn writing into a meaningless act, while, at the same time, revealing small pieces of content that only make sense when read through an artistic eye. [...]

[Eva Maria Stadler]

im april 2012 wurde die arbeit im rahmen der ausstellung satelliten der malerei zum ersten mal präsentiert.
die ursprüngliche idee war, den blätterstapel (491 seiten) im sinne eines objekts als teil einer installation zu präsentieren. schnell ist klar: die dekonstruktion des textes von ad reinhardt, die sich in dem stapel verbirgt, kann für den betrachter, oder in diesem fall für den zuhörer, nur deutlich gemacht werden, wenn der text gelesen wird.

somit entwickelte sich aus dem text erst eine zeichnung und daraus in weiterer folge ein objekt, das im zuge der performance wieder zum manuskript wurde.